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Informationen über den Film

  • Titel: Victor/Victoria.
  • Land: USA, Großbritannien.
  • Erscheinungsjahr: 1982.
  • Regie: Blake Edwards.
  • Darsteller: Julie Andrews, James Garner, Robert Preston u.a.
  • Länge: ca. 129 Minuten.
  • DVD: Erschienen 2002, erhältlich bei amazon.de.

Klappentext

Ein Mann, der auf der Bühne eine Frau darstellt? Nichts leichter als das. Aber eine Frau, die ihren Lebensunterhalt damit bestreitet, indem sie so tut, als ob er eine Frau wäre? Das bedeutet Probleme!

Julie Andrews spielt Victor und Victoria in dieser intelligenten Komödie von Blake Edwards, gewürzt mit schillernden Cabaret-Einlagen und der Oscar-preisgekrönten Musik von Henry Mancini und Leslie Bricusse. Mit Robert Preston, der einen Cabaret-Darsteller mimt, und James Garner als Mafiosi, der vermutet, dass Victor eigentlich eine Victoria ist. Außerdem mischt Lesley Ann Warren als überdrehte Bordsteinschwalbe mit.

Der Regisseur

Der US-Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor Blake Edwards (Jahrgang 1922) wurde durch seine „Rosarote Panther“-Filme um den schusseligen Inspektor Closeau (Peter Sellers) weltberühmt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen des Weiteren „Der Partyschreck“ (ebenfalls mit Sellers) und „Frühstück bei Tiffany“ mit Audrey Hepburn. 2004 erhielt Edwards den Oscar für sein Lebenswerk.

Die Schauspieler

Die Britin Julie Andrews (Jahrgang 1935) war bereits ein Broadway-Star, als sie 1963 due Kinorolle der Marry Poppins übernahm und für ihren ersten Film gleich einen Oscar gewann. Mit ihrem Mann Blake Edwards drehte sie zahlreiche Komödien, darunter „10 — die Traumfrau“. Den Hollywood-Veteranen James Garner (Jahrgang 1928) dürften viele TV-Zuschauer als „Detektiv Rockford — Anruf genügt“ kennen.

Der Film

Das Remake der deutschen Komödie „Viktor und Viktoria“ (Regie: Reinhold Schünzel) wurde für insgesamt sechs Oscars nominiert und gewann die Auszeichnung für die beste Musik. 1995, 13 Jahre nachdem der Film in die Kinos gekommen war, brachte Edwards eine äußerst erfolgreiche Musical-Version auf die Bühne.

Thomas Röll über den Film

Wenn gar nichts mehr geht, kann Frau immer noch einen Mann spielen. In Blake Edwards musikalischer Komödie „Victor/Victoria“ ist Victoria Grant (Julie Andrews) am absoluten Tiefpunkt: Die Opernsängerin mit einer Stimme, die Gläser zerspringen lässt, hat kein Engagement und kein Geld. Anstatt der fälligen Miete bietet sie ihrem Pensionswirt Sex an, und um sich — ohne im Restaurant bezahlen zu müssen — wieder einmal satt zu essen, schmuggelt sie eine Kakerlake in ihren Salat.

In dieser ausweglosen Lage trifft sie auf den alternden schwulen Nachtclubsänger Toddy (Robert Preston). Auch er hat keinen Job, aber dafür eine grandiose Idee. Victoria soll sich als Damenimitator ausgeben. Der Plan geht auf: Als homosexueller polnischer Graf Victor Grezhinski avanciert Victoria zum Star der Pariser Varietés.

Nun bietet eine Frau, die sich als Mann ausgibt, der eine Frau spielt, schon genug Stoff für Verwirrungen und Verwicklungen. Um das Geschlechter-Tohuwabohu perfekt zu machen, lässt Regisseur Edwards noch den Nachtclubbesitzer King Marchand (James Garner) auftreten. Der rüde Halbwelt-Macho verliebt sich prompt in Victor/Victorias weibliche Bühnenfigur und will nicht wahrhaben, dass die bezaubernde Dame ein Mann sein soll.

„Victor/Victoria“ ist ein höchst vergnügliches Spiel mit Mann-Frau-Klischees, sexuellen Neigungen und vertauschten Identitäten. Wann ist ein Mann ein Mann?, lautet die zentrale Frage des Films: wenn er im Stehen pinkeln kann, wenn er einen festen Händedruck oder eine strohdumme Blondine im Schlepptau hat? Oder vielleicht doch eher, wenn er ohne Rücksicht auf das eigene Image und die Reaktionen seiner Umgebung zu dem Menschen steht, den er liebt?

Es ist der Mann, den eine Frau spielt, der diesen ultimativen Beweis erbringt. Letztendlich erweist sich in „Victor/Victoria“ das vermeintlich schwache Geschlecht doch als das stärkere.

Thomas Röll, FOCUS

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