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Bibliographische Angaben

Die Fakten zum Buch:

  • Autorin: Johanna Kamermans.
  • Titel: Mythos Geschlechtswandel.
  • Untertitel: Transsexualität und Homosexualität.
  • Verlag: Edition Hathor, Hamburg.
  • Erscheinungsjahr: 1992.
  • ISBN: 3928493000.
  • Bindung: Taschenbuch, 384 Seiten.
  • Preis: keine Angabe (vergriffen).

Umschlagtext

Ein Tabu wird gebrochen: Die Autorin dokumentiert, daß die Transsexualität zweifellos Bezug nimmt auf die Homosexualität — sozusagen als psychische Verdrängung einer biologischen Tatsache — und keine eigenständige Sexualität darstellt.

Das Phänomen des sozialen und sexuellen Geschlechtswandels ist als ausgeprägte Homosexualitäts-Vermeidungs-Strategie zu sehen, mit allen seinen sich daraus ergebenen persnlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen.

Die Autorin bemüht sich anhand von vielfältigen Informationen die heutzutage in Vergessenheit geratene „androgynische Idee des Lebens“ ins Bewußtsein zu rufen und damit eine durchaus lebbare gesellschaftliche Alternative zum totalen Geschlechtswandel — die „Möglichkeit des Anderssein“ — zu propagieren.

Die Autorin hebt in ihrem Buch den immer stärker werdenden Suggestivzwang des chirurgischen Geschlechtswandels und die vielen einschneidenden körperlichen und psychischen Konsequenzen der Kastration — besonders bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen — hervor. Hier meldet die Autorin auch Zweifel an, den Wunsch nach ener chirurgischen Umgestaltung als alleiniges transsexuelles Kriterium einzusetzen  vielmehr setzt sie auf das konsequente Durchhalten des sozialen Geschlechtswandels als solcher ohne Verdrängung der geschlechtlichen Komponente.

Dieses Buch ist das Gegenteil einer Hymne auf die Transsexualität: Es steckt voller Zweifel an den sich immer stärker manifestierenden Weg des alleinigen Denkens in schwarz-weiß-Kategorien — zunehmend auch in der transsexuellen Thematik — bzw. voller Zweifel an die „Kraft der Illusion“ als Leitmotiv.

Dieses Buch will „Lernprozeße“ einleiten und Aussagen machen, deswegen ist es ein notwendiges und kritisches Buch.

Über die Autorin

Johanna Kamermans, 1938 im Vlissingen (Holland) geboren, ist als Betroffene mit der speziellen Mann-zu-Frau-Transsexuellen-Problematik bestens vertraut. Sie hat beide gesellschaftliche Lebensformen kennengelernt — als Verkaufsingenieur und als Striptease-Tänzerin und bietet deshalb, gerade aufgrund dieses doppelten Erlebnisspektrums, Gewähr für überraschende und realitätsnahe Erkenntnisse.

Inhaltsverzeichnis (Auszug)

  • Vorwort
  • 1. Kapitel: Biologie der Geschlechter
    • Männlich und weiblich
  • 2. Kapitel: Biologische Intersexualität — sexuelle Zwischenstufen beim Menschen
    • Chromosomen-bedingte Varianten
    • Hormon-bedingte Varianten
  • 3. Kapitel: Geschlechtliche Zwischenstufen in der Natur
  • 4. Kapitel: Psychische Intersexualität — Grundbegriffe
  • 5. Kapitel: Rituelle Transvestition
  • 6. Kapitel: Psychische Intersexualität — Grundlagen
    • Medizinische Transsexualität auf homosexueller Verdrängungsgrundlage
    • Medizinische Transsexualität auf hormonell-operativer Verwirklichungsebene
    • Medizinische Transsexualität auf Kastrationsgrundlage
  • 7. Kapitel: Psychische Intersexualität — Manifestationen
    • Geschlechtswandel und Überlieferung
    • Geschlechtswandel und Christentum
    • Geschlechtswandel und Kunst
    • Geschlechtswandel und Öffentlichkeit
    • Geschlechtswandel und Gesetz
  • Dokumentation

Kommentar

Interessanter – zumindest für die ständige Diskussion über den von TS einzuschlagenden Weg – ist vielleicht ein Buch von einer holländischen Autorin, Johanna Kamermans – »Mythos Geschlechtswandel« (edition hathor, Hamburg, 1992). Von der Autorin erfährt man, daß sie MzF-TS ist. Sie hat zweifellos sehr umfangreiches Material hier zusammengetragen auf den 384 Seiten des Buches. Sie kommt dabei zu der verblüffenden Überzeugung (als operierte TS!), daß man den chirurgischen Geschlechtswandel viel seltener durchführen sollte und tritt dafür ein, daß man den meisten Betroffenen zum »sozialen Geschlechtswandel« verhelfen sollte. Da hier nicht ein Mediziner oder Psychologe argumentiert, der von seinen Beobachtungen, Behandlungen oder gar seinen »Fällen« ausgeht, darf dieses Buch sicherlich uneingeschränkt unsere Aufmerksamkeit erhalten – selbst wenn wir dann dem Argument der Autorin nicht zustimmen können. Für den deutschen Leser sind manche Passagen etwas umständlich formuliert und lesen sich nicht so flüssig. Manche Informationen kommen in massiven Wiederholungen – aber es lohnt sich das Buch zu lesen.  Rita, 1992

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