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Bibliographische Angaben

Die Fakten zum Buch:

  • Autorin: Richard von Krafft-Ebing.
  • Titel: Psychiopathia sexualis.
  • Untertitel: Mit Beiträgen von Georges Bataille, Werner Brede, Albert Caraco, Salvador Dalí, Ernst Fuhrmann, Maurice Heine, Julia Kristeva, Paul Kruntorad und Elisabeth Lenk.
  • Verlag: Matthes & Seitz Verlag, München.
  • Erscheinungsjahr: 1984. Reprint der 14. vermehrten Auflage 1912.
  • ISBN: 3882213515.
  • Bindung: gebunden mit Schutzumschlag, 53 + 460 Seiten.
  • Preis: 28,80 € (Ausgabe 1997 bei amazon.de).

Klappentext

Ein Jahrhundert nach Sade hat Krafft-Ebing seine Phänomenologie der sexuellen Perversionen veröffentlicht.

Inzwischen wissen wir: »Die günstigsten Bedingungen für Wahrheits- oder Ausdruckssuche liegen auf dem halben Wege zwischen Mann und Frau: die Lücken der ›Männlichkeit‹ sind der Sitz des Geistes… Ist das reine Weibchen, die Frau also, der man nicht die geringste Anomalie sexueller oder physischer Art nachsagen kann, innerlich noch hohler als ein Tier, so stellt das unversehrte Männchen den Inbegriff des ›Kretins‹ dar.«   (E. M. Cioran)

Und die Liebe?

»Liebe ist Verdrängung von Gesellschaft. Und sie scheitert an der unvermeidlichen Wiederkehr des Verdrängten.

Vereinigung unter einer Voraussetzung: der Unkenntlichkeit. Ein Gesicht, das schön ist, aber es drückt nichts aus. Die Harmonie des sozialen Nichts, wo, für einige Momente wenigstens, die Interessen verschwinden, die alles nutzlos nützlich machen. Jede wirkliche Liebe ist, für diesen höchsten Moment zumindest, asozial. Wenn es nicht im gewöhnlichen Fall, selbst in der Ehe, so wäre, könnten wir nicht von Liebe sprechen. Liebe ist das Prinzip des ganz Unprinzipiellen – als soziale Absurdität. Die Gesellschaft kennt nur Interessen, wahre und falsche. So ist die anonyme Liebe der Gesellschaft voraus, wie der Trieb vor aller Gesellschaft ist und wie die wahre Liebe nach aller Gesellschaft kommt.

Die Liebe bedient sich bewußt des Tabus. Sie durchbricht alle Formeln der Verständigung, um zu jenem Grad der Verständigung zu gelangen, die noch Lust gewährt. Die Perversion ist demnach nicht der Versuch unmöglicher perverser Kombinationen, sondern die Ausschweifung des sozialen Prinzips, der Bruch mit der ernüchternden Gegenwart des Üblichen.«   (Peter Erlach)

Inhalt der Neuausgabe mit zusätzlichen Beiträgen

Paul Kruntorad, Krafft-Ebing

Werner Brede, Aufklärungen, Abklärungen

Georges Bataille, Krafft-Ebing

Maurice Heine, Bemerkung zu einer psycho-biologischen Klassifikation der sexuellen Parästhesien

Elisabeth Lenk, Greifzwang und Berührungsangst

Ernst Fuhrmann, Obrigkeit

Salvador Dalí, Die Liebe

Julia Kristeva, Das Liebesverlangen der Außerirdischen

Albert Caraco, Prolog

Richard von Krafft-Ebing, Psychopathia sexualis

Inhaltsverzeichnis

Register

Inhalt des Reprints der Psychopathia sexualis

  1. Fragmente einer Psychologie des Sexuallebens
    Mächtigkeit sexueller Triebe · Sexueller Trieb als Grundlage ethischer Gefühle · Liebe als Leidenschaft · Kulturgeschichtliche Entwicklung des Sexuallebens · Schamhaftigkeit · Christentum · Monogamie · Stellung des Weibes im Islam · Sinnlichkeit und Sittlichkeit · Kulturelle Versittlichung des Sexuallebens · Episoden sittlichen Niedergangs im Völkerleben · Entwicklung sexueller Gefühle beim Individuum. Pubertät · Sinnlichkeit und religiöse Schwärmerei · Beziehungen zwischen religiösem und sexuellem Gebiete · Sinnlichkeit und Kunst · Idealisierender Zug der ersten Liebe · Wahre Liebe · Sentimentalität · Platonische Liebe · Liebe und Freundschaft · Verschiedenheit der Liebe von Mann und Weib · Zölibat · Ehebruch · Ehe · Putzsucht · Tatsachen des physiologischen Fetischismus · Religiöser und erotischer Fetischismus · Haar, Hand, Fuss des Weibes als Fetisch · Auge, Geruch, Stimme, seelische Eigenschaften als Fetisch.
  2. Physiologische Tatsachen
    Geschlechtsreife · Zeitliche Begrenzung des Sexuallebens · Geschlechtssinn · Lokalisation · Physiologische Entwicklung des Sexuallebens · Erektion. Erektionszentrum · Geschlechtssphäre und Geruchssinn · Geisselung als ein das Sexualleben erregender Eingriff · Flagellantensekte · Paullinis Flagellum salutis · Erogene Zonen · Beherrschung des Sexualtriebes · Kohabitation · Ejakulation.
  3. Biologische Tatsachen
    Geschlechtsmerkmale · konträre · Gynäkomastie · Abhängigkeit der psychischen Geschlechtsmerkmale von den inneren Blutdrüsen · Erfahrungen bei den Eunuchen · Innere Sekretion und Hormonwirkung.
  4. Allgemeine Neuro- und Psychopathologie des Sexuallebens
    Häufigkeit und Wichtigkeit pathologischer Erscheinungen · Schema der sexuellen Neurosen · Reizzustände des Erektionszentrums · Lähmung desselben · Hemmungsvorgänge im Erektionszentrum · Reizbare Schwäche desselben · Neurosen des Ejakulationszentrums · Zerebral bedingte Neurosen · Paradoxie d. h. Sexualtrieb ausserhalb der Zeit anatomisch-physiologischer Vorgänge · Im Kindesalter auftretender Geschlechtstrieb · Im Greisenalter wieder erwachender Trieb · Sexuelle Verirrungen bei Greisen, erklärt durch Impotenz und Demenz ·Anaesthesia sexualis, d. h. fehlender Geschlechtstrieb · als angeborene Anomalie · als erworbene · Hyperästhesie, d. h. krankhaft gesteigerter Trieb · Bedingungen und Erscheinungen dieser Anomalie · Parästhesie der Sexualempfindung oder Perversion des Geschlechtstriebs · Perversion und Perversität · Sadismus. Versuch einer Erklärung des Sadismus · Sadistischer Lustmord · Anthropophagie · Leichenschänder · Misshandeln von Weibern, Blutigstechen, Flagellieren derselben · Besudelung weiblicher Personen · Symbolischer Sadismus, d. h. sonstige Ausübung von Gewalt gegen weibliche Personen · Ideeller · Sadismus an beliebigem Objekt · Knabengeissler · Sadistische Akte an Tieren · Sadismus des Weibes · Kleists Penthesilea · Masochismus · Wesen und klinische Erscheinungen des Masochismus · Aufsuchen von Misshandlungen und Demütigungen zum Zweck sexueller Befriedigung · Passive Flagellation in ihren Beziehungen zum Masochismus · Häufigkeit und Praktiken des Masochismus · Symbolischer Masochismus · Ideeller Masochismus · Jean Jaques Rousseau · Der Masochismus in der wissenschaftlichen und belletristischen Literatur · Larvierter Masochismus · Schuh- und Fussfetischisten ·Koprolagnie · Masochismus des Weibes Versuch einer Erklärung des Masochismus · Geschlechtliche Hörigkeit · Masochismus und Sadismus · Fetischismus. Erklärung des Fetischismus · Fälle, in denen der Fetisch ein Teil des weiblichen Körpers ist · Handfetischismus · Körperfehler als Fetisch · Zopffetischismus · Zopfabschneider · Der Fetisch ist ein Teil der weiblichen Kleidung · Liebhaber resp. Diebe weiblicher Taschentücher · Schuhfetischisten · Altweiberliebe (Gerontonphilie) · Der Fetisch ist ein bestimmter Stoff · Pelz-, Seide- und Samtfetischisten · Handschuhfetischismus · Rosenfetischismus · Tierfetischismus · Konträre Sexualempfindung ·  Erworbene konträre Sexualempfindung bei beiden Geschlechtern · Die homosexuale Empfindung als erworbene Erscheinung bei beiden Geschlechtern · Stufen der erworbenen Entartung · Einfache Verkehrung der Geschlechtsempfindung · Eviratio und Effeminatio · Wahnsinn der Skythen · Mujerados · Uebergangsstufe zur Metamorphosis sexualis · Metamorphosis sexualis paranoica · Angeborene konträre Sexualempfindung · Verschiedene klinische Formen derselben · Allgemeine Merkmale · Erklärungsversuche der Anomalie · Die angeborene konträre Sexualempfindung beim Manne · Psychische Hermaphrodisie · Homosexuale oder Urninge · Effeminatio · Andogynie · Die angeborene konträre Sexualempfindung beim Weibe · Komplikationen bei konträrer Sexualempfindung · Diagose, Prognose und Therapie der konträren Sexualempfindung.
  5. Spezielle Pathologie
    Die Zustände krankhaften Sexuallebens in den verschiedenen Formen und Zuständen geistiger Störung · Psychische Entwicklungshemmungen · Erworbene geistige Schwächezustände · Konsekutive Geistesschwäche nach Psychosen · nach Apoplexien · nach Kopfverletzung · auf Grund von Lues cerebralis · Dementia paralytica · Epilepsie · Periodisches Irresein · Psychopathia sexualis periodica  ·  Manie · Zeichen sexueller Erregung bei Manischen · Nymphomanie und Satyriasis · Chronische Satyriasis und Nymphomanie · Melancholie · Hysterie · Paranoia.
  6. Das krankhafte Sexualleben vor dem Kriminalforum
    Gefahr sexueller Delikte für die allgemeine Wohlfahrt · Zunehmende Häufigkeit derselben · Mutmassliche Ursachen · Klinische Forschungen · Mangelhafte Würdigung solcher seitens der Juristen · Anhaltspunkte für die forensische Beurteilung sexueller Delikte · Bedingungen der Aufhebung der Zurechnungsfähigkeit · Indizien für die psychopathologische Bedeutung sexueller Delikte · Die einzelnen sexuellen Delikte · Exhibitionieren · Frotteurs · Statuenschänder · Notzucht und Lustmord · Körperverletzung, Sachbeschädigung, Tierquälerei auf Grund von Sadismus · Masochismus und geschlechtliche Hörigkeit · Körperverletzung, Raub, Diebstahl auf Grund von Fetischismus · Zurechnungsfähigkeit s. D. auf Grund von Zwangsvorstellung · Unzucht mit Individuen unter 14 Jahren · Schändung · Unzucht wider die Natur · Tierschändung · Zooerastie · Unzucht mit Personen desselben Geschlechts. Päderastie · Die Päderastie im Lichte der Forschungen über konträre Sexualempfindung · Notwendigkeit der Unterscheidung krankhafter und nicht krankhaft bedingter Päderastie · Forensiche Beurteilung der veranlagten konträren Sexualempfindung, sowie der erworbenen krankhaften · Denkschrift eines Urnings · Gründe für die Unterlassung der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Liebesakte · Die gezüchtete, nicht krankhafte Päderastie · Ursachen des Lasters · Soziales Leben der Päderasten · Ein Ball der Weiberfeinde in Berlin · Art der sexuellen Triebrichtung bei den verschiedenen Kategorien konträrer Sexualempfindung · Paedicatio mulierum · Amor lesbicus · Nekrophilie · Inzest · Unsittliche Handlungen an Pflegebefohlenen.
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