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Informationen über den Film

  • Titel: Wild Side.
  • Länder: Frankreich, Belgien, Großbritannien.
  • Jahr: 2004.
  • Regie: Sébastien Lifshitz.
  • Darsteller: Stéphanie Michelini (Stéphanie), Edouard Nikitine (Mikhail), Yasmine Belmadi (Djamel), Josiane Stoleru (Mutter) u.a.
  • Filmmusik: Jocelyn Pook
  • Länge: 94 Minuten.
  • Website zum Film: http://www.wildside-derfilm.de/
  • Preise und Auszeichnungen: Offizielle Auswahl – 54. Internationale Filmfestspiele Berlin, Teddy Award – Bester Spielfilm.
  • Kinostart in Deutschland: 09. Dezember 2004.
  • DVD: erschienen 2005 (OmU), erhältlich bei amazon.de

Einführung

dpa meldet ein »französisches Drama um drei Außenseiter«, als da wären: die transsexuelle Prostituierte Stéfanie, der bisexuelle russische Deserteur Mikhail und der Stricher Djamel aus dem Maghreb. Ihre Reise ins raue Nordfrankreich zu Stéfanies sterbender Mutter ist zugleich eine Reise in Stéfanies männliche Vergangenheit.

Das klingt nach einem wunderbaren Film, zumal er mit dem Teddy Award ausgezeichnet wurde und zur Berlinale viel Anerkennung geerntet hat. Leider habe ich den Film noch nicht gesehen. Aus diesem Grund gibt es jetzt auch nur eine inhaltliche Vorstellung an Hand der Informationen auf der Website zum Film.

Inhalt

Der Straßenstrich in Paris. Stéphanie arbeitet hier als Transsexuelle. Es ist kalt, die schnelle Nummer in einem schnellen Leben. Emotionslos und ohne wirkliche Zukunft. Die Nacht ist ihr Tag, ihr monotones Dahinleben kann Stéphanie nur selten durchbrechen. Wenn, dann geht sie tanzen, unternimmt ausgelassen was mit ihren Freunden. Aber meistens steht sie mit Djamel auf ihrem Balkon.

Djamel arbeitet als Stricher. Auf der Bahnhofstoilette bedient er Frauen und Männer, immer auf der Suche nach dem schnellen Geld und der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie rauchen und schauen auf das glitzernde Paris. Schweigend genießen sie dann die Nacht.

Eines Abends lernt Stéphanie Mikhail kennen, ein gestrandeter Soldat mit traumatischen Erfahrungen aus dem Tchetschenien Krieg. Sie ahnen beide, dass sie sich ähnlich sind und brauchen nicht viele Worte, um sich zu verständigen. Einfache Momente des Gefühls und der Geborgenheit verbinden beide.

Dann ein Anruf. Stéphanies Mutter ist krank und braucht Hilfe. Und alle drei machen sich auf in den Norden von Frankreich, in die raue und karge Landschaft, erdrückend und weitläufig zugleich.

Hier war Stéphanie Pierre und verbrachte 15 Jahre ihres Lebens als unbeschwerter Junge in dieser einsamen Gegend. Als sie gemeinsam mit ihrer Mutter aus dem Krankenwagen aussteigt setzt die Erinnerung ein. Zweifelhafte Gefühle steigen in ihr auf. Hier war sie Kind, spielte unbekümmert mit dem Vater und der Schwester, bis sie eines Tages nicht mehr gemeinsam über die Felder toben konnten.

Und bis Stéphanie wusste, dass sie im falschen Körper geboren wurde. Das hat ihre Mutter ihr nie verziehen und auch jetzt, in den letzten Tagen ihres Lebens sieht sie Stéphanie und sehnt sich nach ihrem Sohn Pierre, dem kleinen Jungen, den sich der Vater so sehr wünschte. Beide ahnen es: Ein letztes Mal in diesem Leben haben sie die Möglichkeit, sich zu erklären.

Und während Stéphanie um Verständnis für ihre Entscheidungen kämpft, sind Djamel und Mikhail an ihrer Seite. Auch sie sind an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen. Mikhail durchlebt den Krieg mit seinen schrecklichen Erlebnissen noch einmal und findet kaum den Kontakt zu seiner Familie in Russland. Djamel erlebt zwar Stéphanie und Mikhail als seine Familie, sehnt sich trotzdem nach Anerkennung und in den Schoß seiner richtigen Familie, die ihn verstoßen hat.

So bewegt sich der Film voran, blendet immer wieder zurück, genauso wie seine Figuren immer wieder innehalten, weil sie ahnen, dass die Zukunft ungewiss ist, ja dass das Leben ihnen aus den Händen zu gleiten scheint.

Der Regisseur über das Thema Transsexualität in seinem Film

»Ich möchte den Film nicht nur auf das Thema Transsexualität reduzieren. Auch Homosexualität ist nicht das, was ›Wild Side‹ aufgreifen will. Ich schneide diese Themen nur an, weil es zu den Personen gehört. Gleich zu Anfang habe ich Stéphanie nackt gezeigt. So wusste der Zuschauer schon vorher Bescheid und konnte sich auf andere Dinge konzentrieren, als darauf zu warten, wie nun eine Transsexuelle aussieht. Gerade in der Charakterzeichnung von Stéphanie musste ich mich von der Transsexualität entfernen, um mich ihrer Person nähern zu können. Ich wollte sie hautnah sehen. Sie ist mysteriös mit eindeutig männlichen und weiblichen Elementen. Diese Mischung fand ich verstörend und anziehend zugleich und gerade diese Aura trägt die Geschichte in ihren wesentlichen Elementen. Für mich persönlich übrigens war Stéphanie immer eine Frau.« (Sébastien Lifshitz)

Kommentar

»Nach allem, was ich über den Film lesen kann, möchte ich ihn ungesehen empfehlen. Mehr kann ich sagen, nachdem ich ihn selbst sehen durfte.«   Laura

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