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Bibliographische Angaben

Die Fakten zum Buch:

  • Autorin: Johanna Kamermans.
  • Titel: Künstliche Geschlechter.
  • Untertitel: Nirwana oder Götterdämmerung?
  • Verlag: Edition Hathor, Hamburg.
  • Erscheinungsjahr: 1995.
  • ISBN: 3928493124.
  • Bindung: Taschenbuch, 307 Seiten.
  • Preis: keine Angabe (vergriffen).

Umschlagtext

Die Zeit der grenzenlosen Machbarkeitsträume ist vorüber – die angebliche Auswechselbarkeit der Geschlechter hat sich im Zeitalter der Molekularbiologie als Künstlichkeits-Chimäre allerersten Ranges erwiesen: Es gibt keine »falschen Körper«, nur falsche Denkmodelle.

Die neuesten Entdeckungen über die Biologie der Homosexualität entlarven in diesem Zusammenhang das gängige Suggestivklischee einer nahtlosen chirurgischen und hormonellen Geschlechtsumwandlung als patriarchialisch initiierte Homosexualitäts-Vermeidungsstrategie par excellence. Die Götterdämmerung der künstlichen Geschlechter kann und darf deshalb nur die logische Folge dieser aktuellen Erkenntnisse sein – Realitäten statt Fiktionen, Paracelsius statt Potemkin.

Kurzum und frei nach Sigusch: Für das Faktum der Transsexualität sollte tatsächlich theoretisch noch einmal von vorne angefangen werden. Dieses Buch bietet die Grundlagen und Perspektiven dazu.

Über die Autorin

Johanna Kamermans, 1938 im niederländischen Vlissingen geboren, zu Anfang der 70er Jahre nahtloser Wechsel vom Bauingenieur zur Stripteasetänzerin, publizistisch tätig, wohnhaft in Hamburg. Aufarbeitung dieses Werdegangs im NDR-Dokumentarfilm »Freier Fall: Johanna K.« (1992) von Klaus Wildenhahn. Diverse Medienbeiträge. Ihr Credo: »Über die Brücke zwischen Mann und Frau muß man vorsichtig gehen und nicht einfach springen«.

Inhaltsverzeichnis (Auszug)

  • Vorwort
  • Einleitung und Pamphlet
  • Kapitel 1: Die Änderung des Denkens
  • Kapitel 2: Die Macht der Gene
  • Kapitel 3: Evolution und Sexualität
  • Kapitel 4: Homosexualität und Gesellschaft
  • Kapitel 5: Homosexualität und Transsexualität
  • Kapitel 6: Gehirn und Sexualität
  • Kapitel 7: Transsexuellengesetz und Gesellschaft
  • Kapitel 8: Tabu Unfruchtbarmachung
  • Kapitel 9: Äußere Geschlechtsmerkmale verändernde operative Eingriffe
  • Kapitel 10: Hormone und Sexualität
  • Kapitel 11: Hormone und Intersexualität
  • Kapitel 12: Sexualität und Umwelt
  • Kapitel 13: Homosexualität und Transformation
  • Kapitel 14: Transsexualität und Emanzipation
  • Kapitel 15: Kultur und Geschlechtlichkeit
  • Kapitel 16: Ein Jegliches hat seine Zeit
  • Dokumentation

Kommentar

Auf dem Büchertisch liegt diesmal das 2. Buch einer Niederländerin, deren Lebensspanne so beschrieben wird: vom Bauingenieur zur Striptänzerin. Johanna Kamermans lebt in Hamburg, der neue Titel ist »Künstliche Geschlechter — Nirwana oder Götterdämmerung?« (Edition Hathor, Hamburg, 34,- DM). In 16 Kapitel gegliedert, bemüht sich die Autorin »neue Maßstäbe in der transsexuellen Thermatik zu setzen. Es scheint, als wenn sie dabei doch eine sehr hohe Messlatte anlegt. Schon im Vorwort behauptet sie, es gehe nicht um eine Wertung von TS, sondern die Wahrheit zu schreiben. Kurz darauf möchte sie aber von der »typischen Selbstbeweinung« der TS wegführen und die »TS-Hybris« ablösen.

Immer wieder kreist ihre Darlegung um das neue Denken und die Transsexualität. Sicherlich hat sie mit ihrem Ansatz recht, vor einer zu schnellen operativen Umwandlung zu warnen. Aber man ist doch verwundert, wenn sie zum Schluss kommt, dass die derzeitige Transsexualität zu verstehen sei als eine »patriarchalische Vermeidungs-Strategie der Homosexualität«. Kein Wunder dann, wenn sie in »den Medien« die mächtigsten Patriarchen unserer Zeit sieht und das gleiche Urteil über Medizin und Wissenschaft fällt. Wer Interesse an derartigen Überlegungen hat, dem sei’s empfohlen, man kann aber auch Zurückhaltung üben…

Rita, 1996

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