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Bibliographische Angaben

Die Fakten zum Buch:

  • Autorin: Anonym.
  • Übersetzer: Aus dem Japanischen übertragen und eingeleitet von Michael Stein.
  • Titel: Die vertauschten Geschwister.
  • Originaltitel: Torikaebaya Monogatari.
  • Untertitel: Ein höfischer Roman aus dem Japan des 12. Jahrhunderts.
  • Verlag: Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig.
  • Erscheinungsjahr: 1. Auflage 1994.
  • ISBN: 345816605X.
  • Bindung: Gebunden mit Schutzumschlag, 270 Seiten.
  • Preis: 22,80 € (amazon.de).

Umschlagtext

Ein Knabe benimmt sich wie ein Mädchen, seine Schwester wie ein Junge, und der adlige Vater läßt zu, daß sie mit vertauschten Rollen heranwachsen.

Der vermeintliche junge Mann macht eine steile Karriere am Hof, während seine »Schwester« sich vor Verehrern kaum noch retten kann.

Ein höfischer Roman des 12. Jahrhunderts.

Klappentext

»Ach, könnt’ ich sie vertauschen!« ist der Stoßseufzer eines verzweifelten Vaters, dessen zwei Kinder trotz überragender Talente einen besonderen Makel aufweisen: Der Knabe benimmt sich wie ein Mädchen, und seine Schwester gebärdet sich wie ein Knabe. Und damit nicht genug: Aus Liebe zu seinen Kindern läßt es der Vater zu, daß beide mit vertauschten Rollen aufwachsen und unter falscher Identität ins Erwachsenenleben eintreten, ja, der vermeintliche junge Mann macht sogar eine steile Karriere, während seine »Schwester« sich vor Verehrern kaum noch retten kann.

Ort und Zeit dieses so modern anmutenden Romanstoffes ist der Kaiserhof zu Kyoto im ausgehenden 12. Jahrhundert. Mit ungeheurer Sensibilität werden der Werdegang der »vertauschten« Geschwister, ihre Freuden und Leiden geschildert.

Von dem Augenblick an, da das Auftreten in vertauschten Rollen nicht mehr rückgängig zu machen ist, setzt ein schmerzlicher Prozeß der Selbsterkenntnis ein, der alle freudigen Anlässe, Heirat wie Karriere, im Herzen der Betroffenen ins Gegenteil verkehrt: Das Unglück potenziert sich noch durch das Auftreten eines höfischen Galans, dem weder Freundschaft noch Ehre heilig sind, wenn er dafür eine schöne Frau erobern kann. Seine unbändige Wollust bringt das sorgsam gehütete Geheimnis der beiden Geschwister in so große Gefahr, daß kein Ausweg mehr möglich scheint.

Was die falsche Identität der Protagonisten bedroht hatte, waren Wollust, Untreue, Ehebruch und Vergewaltigung gewesen. Und was die tragischen Helden errettet, sind die Tugenden der idealen Liebe: Vaterliebe, Geschwisterliebe, Mutterliebe, kindliche Elternliebe und eine sogar fast christlich anmutende Feindesliebe.

Aus diesem Zwiestreit zwischen idealer Liebe und verwerflicher Wollust gewinnt der Roman seinen besonderen Reiz. Die anonyme Autorin versteht es meisterlich, den Leser in ihren Roman zu ziehen. Schnell vergessen wir, daß das Geschehen vor acht Jahrhunderten in ferner, fremder Welt spielt.

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