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Bibliographische Angaben

Die Fakten zum Buch:

  • Autorin: Vera Freyberg.
  • Titel: Manns genug, Frau zu sein. Aufgezeichnet von Dagmar Deckstein.
  • Untertitel: Mein extravagantes Leben.
  • Verlag: Econ, München.
  • Erscheinungsjahr: 1. Auflage 2003.
  • ISBN: 3430129427.
  • Bindung: Gebunden mit Schutzumschlag, 256 Seiten.
  • Preis: 20 € (amazon.de).

Klappentext

Ein Mann ist ein Mann ist eine Frau

Mann muss schon Manns genug sein, sich zu trauen, nach 55 Jahren eine Frau zu werden. Vera Freyberg hatte den Mut dazu und ist seit 1981 eine Frau. Erstmals dämmerte es dem 19-jährigen Flakhelfer Werner, dass sich einiges sowohl draußen in der Welt als auch in seinem Inneren schief ausnahm. Doch jahrzehntelang blieb der Wunsch, Frau zu sein, unerfüllt. Als die Geschlechtsumwandlung endlich vollzogen ist, erwies sich die neue Rolle erst einmal als gewöhnungsbedürftig. Heute ist Vera Freyberg mit sich im Reinen: »Mein Geschlechts-Los in der Lotterie des Lebens: Es war bisher ein Hauptgewinn.« In ihren Lebenserinnerungen blickt die Weltenbummlerin und Afrika-Liebhaberin, die noch im Alter von 61 Jahren den Pilotenschein machte, mit schonungsloser Offenheit und viel Humor auf ihr bisweilen atemloses Leben zurück.

Umschlagtext

»Ich bin einer jener wenigen Menschen, die vom einen Ufer des Lebensstroms zum anderen hinübergewechselt sind. Im Nachhinein stelle ich fest, dass sich das Leben an dem einen wie an dem anderen Ufer gleich anfühlt.« Vera Freyberg, die 55 Jahre lang Werner war und sich lange Zeit nichts sehnlicher wünschte, als ans weibliche Ufer zu wechseln, ist nun schon seit über 22 Jahren eine Frau. »Eine aus der Nullserie«, wie sie über sich sagt, weil sie 1981, als in Deutschland das Transsexuellengesetz in Kraft trat, sofort die Chance ergriff, sich operieren zu lassen und ihren männlichen Vornamen gegen einen weiblichen auszutauschen. Im Gegensatz zu vielen Schicksalsgenossen musste Vera den Job von Werner nicht kündigen und ein Leben im gesellschaftlichen Abseits führen. Mit der Zeit gelingt es ihr, innige Liebesbeziehungen einzugehen – mit Frauen, was Werner versagt geblieben war. Gefangen im falschen Körper hatte er immer wieder vergeblich versucht, sich gesellschaftskonform mit dem weiblichen Geschlecht zu arrangieren. Und auch erst Vera hat den Sehnsuchtsort, Afrika, so intensiv bereist und kennen gelernt, wie Werner es vielleicht nur in seinen Träumen getan hätte. Ja, mit Mitte Sechzig wird Vera sogar Buschpilotin im heiß geliebten Land und mit fast siebzig Jahren erfährt sie, dass sie als Werner eine Tochter gezeugt hat.

Werners/Veras Lebensgeschichte ist die Geschichte einer geglückten Geschlechtsumwandlung. Ohne Larmoyanz, mit viel Humor und Selbstironie blickt Vera Freyberg zurück auf eine Zeit, die kaum aufregender und facettenreicher sein könnte. Ob es die Erlebnisse als vagabundierender Schauspieler auf den Theaterbühnen des geteilten Deutschlands sind, die aufregenden Jahre beim Bayerischen Fernsehen in München oder die Tagebuchaufzeichnungen vor und nach ihrer Operation, sie schafft es; Herz und Gemüt zu bewegen. Ein Buch für alle, die sich für außergewöhnliche Schicksale interessieren.

Über die Autorin

Vera Freyberg, geboren 1926 als Werner Schulz in Berlin, war einer der ersten Menschen in Deutschland, die sich 1981 einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Werner, der kurz vor Kriegsende noch als Soldat an die Ostfront kam, machte 1947 eine Schauspielausbildung in München und spielte an schließend im Westen, dann in der DDR Theater. Ab 1962 bis zur Pensionierung war Werner/Vera Aufnahmeleiter/in beim Bayerischen Fernsehen in München.

Kommentar

Ich habe dieses wirklich sehr offene Buch gern gelesen. Mir erlaubte es einen tiefen Einblick in eine Generation, die sich der Problematik ihrer geschlechtlichen Identität bereits während der Nazis und dann in den frühen Jahren der Bundesrepublik zu stellen hatte. Heute, wo wir in der Internet-Zeit angekommen sind, kann ich mir kaum noch vorstellen, in welcher Enge und dürftigen Informationssituation Transsexuelle noch bis vor einigen Jahren lebten, wieviel schwerer vieles war. Durch den durchaus kritischen Lebensrückblick gewinnt das Buch eine Authenzität, die Klischees weit hiner sich lässt.

Ich wünsche dem Buch viele interessierte Leser!

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